Strapi vs WordPress: Welches Headless CMS passt zu Ihrem Projekt?
Direkter Vergleich zwischen Strapi und WordPress als Headless CMS. Wann lohnt sich der Wechsel? Für wen eignet sich welche Lösung?

Strapi vs WordPress: Der ultimative Headless CMS Vergleich
Die Wahl des richtigen Content Management Systems beeinflusst Ihre gesamte digitale Infrastruktur. Strapi und WordPress verfolgen grundlegend verschiedene Ansätze – hier erfahren Sie, welcher für Ihr Projekt der richtige ist.
Was bedeutet "Headless CMS"?
Bei einem Headless CMS ist das Backend (Content-Verwaltung) vom Frontend (Website-Darstellung) getrennt. Inhalte werden über eine API ausgeliefert und können auf Websites, Apps oder anderen Plattformen angezeigt werden.
WordPress als Headless CMS: WordPress wurde ursprünglich als monolithisches System entwickelt. Seit 2016 bietet es eine REST API, die es ermöglicht, WordPress headless zu betreiben.
Strapi als Headless CMS: Strapi wurde von Anfang an als API-first Headless CMS konzipiert. Es gibt kein klassisches Frontend – alles läuft über APIs.
Direkter Vergleich: Die wichtigsten Kriterien
1. Technischer Stack
| Kriterium | Strapi | WordPress |
|---|---|---|
| Programmiersprache | Node.js (JavaScript) | PHP |
| Datenbank | PostgreSQL, MySQL, SQLite, MongoDB | MySQL/MariaDB |
| API | REST + GraphQL nativ | REST API (GraphQL via Plugin) |
| Hosting | Self-hosted oder Cloud | Überall, auch Shared Hosting |
2. Content-Modellierung
Strapi:
- Völlig freie Content-Type Erstellung im Admin Panel
- Komponenten und dynamische Zonen für flexible Strukturen
- Keine vorgefertigten Strukturen (Posts, Pages)
- Ideal für komplexe, individuelle Datenmodelle
WordPress:
- Vordefinierte Post Types (Posts, Pages, Media)
- Custom Post Types möglich (via Code oder Plugins)
- Gewachsene Struktur mit teilweise Legacy-Ballast
- Gut für klassische Blog/Website-Strukturen
3. Entwickler-Erfahrung
Strapi Vorteile:
- Modernes JavaScript/TypeScript Ökosystem
- Saubere API-Dokumentation automatisch generiert
- Hot Reload während der Entwicklung
- Gut integrierbar mit React, Vue, Next.js, Nuxt
WordPress Vorteile:
- Riesige Community und Dokumentation
- Tausende Plugins und Themes
- Bekanntes System für Content-Redakteure
- Gutenberg-Editor für visuelles Editing
4. Redakteur-Erfahrung
Strapi Admin Panel:
- Minimalistisches, schnelles Interface
- Individuell anpassbar pro Content-Type
- Keine Plugin-Überladung
- Lernkurve für WordPress-Umsteiger
WordPress Backend:
- Vertrautes Interface für viele Redakteure
- Gutenberg Block Editor sehr mächtig
- Viele Media-Handling Features eingebaut
- Kann durch Plugins unübersichtlich werden
5. Performance
Strapi:
- Node.js ist bei I/O-lastigen Operationen sehr schnell
- Keine Theme-/Plugin-Überladung möglich
- API-Responses typischerweise sehr schnell
- Eigenes Caching muss implementiert werden
WordPress:
- PHP 8.x deutlich schneller als frühere Versionen
- Performance hängt stark von Plugins ab
- Viele Caching-Lösungen verfügbar
- Database-Queries können bei großen Sites langsam werden
Wann Strapi wählen?
Strapi ist die bessere Wahl wenn:
- Multi-Channel Content: Sie beliefern mehrere Frontends (Web, App, Displays)
- JavaScript-Team: Ihre Entwickler arbeiten primär mit Node.js
- Komplexe Datenstrukturen: Sie brauchen individuelle Content-Modelle
- API-first Architektur: Sie bauen moderne Jamstack-Websites
- Maximale Kontrolle: Sie wollen keine Plugin-Abhängigkeiten
- Skalierung geplant: Sie erwarten hohe API-Last
Typische Strapi-Projekte:
- E-Commerce mit eigener Frontend-Logik
- Multi-Plattform Content Hubs
- Startups mit modernem Tech-Stack
- Agenturen mit standardisierten Workflows
Wann WordPress wählen?
WordPress ist die bessere Wahl wenn:
- Schneller Start: Sie brauchen in Tagen eine fertige Website
- Plugin-Ökosystem: Sie nutzen spezifische WP-Plugins
- Redakteur-Kompetenz: Ihr Team kennt WordPress
- Klassische Website: Blog, Corporate Site, Portfolio
- Günstiges Hosting: Shared Hosting reicht aus
- SEO out-of-the-box: Mit Yoast sofort einsatzbereit
Typische WordPress-Projekte:
- Corporate Websites
- Blogs und Magazine
- Kleine bis mittlere E-Commerce Shops
- Projekte mit begrenztem Budget
Migration: Von WordPress zu Strapi
Falls Sie von WordPress zu Strapi wechseln möchten, hier die wichtigsten Schritte:
1. Content-Analyse
- Welche Post Types nutzen Sie?
- Welche Custom Fields existieren?
- Wie sind Medien organisiert?
2. Strapi Content-Types erstellen
// Beispiel: Article Content-Type { "kind": "collectionType", "collectionName": "articles", "attributes": { "title": { "type": "string", "required": true }, "slug": { "type": "uid", "targetField": "title" }, "content": { "type": "richtext" }, "excerpt": { "type": "text" }, "featuredImage": { "type": "media" }, "publishedAt": { "type": "datetime" }, "author": { "type": "relation", "relation": "manyToOne", "target": "api::author.author" } } }
3. Daten-Migration
- WP REST API auslesen
- Daten transformieren
- In Strapi importieren
- Medien migrieren
4. Frontend entwickeln
Mit Next.js, Nuxt oder einem anderen Framework das neue Frontend bauen und an die Strapi API anbinden.
Kosten-Vergleich
| Kostenfaktor | Strapi | WordPress |
|---|---|---|
| Lizenz | Open Source (kostenlos) | Open Source (kostenlos) |
| Hosting | VPS ab 5€/Monat | Shared ab 3€/Monat |
| Strapi Cloud | ab 29$/Monat | - |
| Managed WP | - | ab 10€/Monat |
| Entwicklung | Höher (individuell) | Niedriger (Themes/Plugins) |
| Wartung | Niedriger | Plugin-Updates nötig |
Hybrid-Ansatz: Beide Systeme nutzen
Manche Unternehmen nutzen beide Systeme parallel:
- WordPress für Marketing-Blog und SEO-Inhalte
- Strapi für Produkt-Daten und App-Content
Die Systeme können via APIs miteinander kommunizieren oder Content synchronisieren.
Unsere Empfehlung
Für Neuprojekte mit modernem Tech-Stack: Strapi
Für schnelle MVPs oder klassische Websites: WordPress
Für komplexe Enterprise-Projekte: Individuelle Analyse nötig
Bei Balane Tech haben wir Erfahrung mit beiden Systemen und helfen Ihnen bei der richtigen Wahl. Wir können auch hybride Architekturen implementieren, die das Beste aus beiden Welten kombinieren.
Fazit
Es gibt kein universell "besseres" CMS. Die Entscheidung hängt ab von:
- Ihrem bestehenden Tech-Stack
- Den Fähigkeiten Ihres Teams
- Der Komplexität Ihrer Content-Strukturen
- Ihrem Budget und Zeitrahmen
- Ihren Skalierungsanforderungen
Nehmen Sie sich Zeit für eine fundierte Analyse, bevor Sie sich festlegen. Eine falsche CMS-Wahl kann Jahre an technischer Schuld bedeuten.


